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Wer bekommt wann eine Invalidenrente von der Krankenkasse?

Wer bekommt wann eine Invalidenrente von der Krankenkasse?

Wenn Sie aus gesundheitlichen Gründen Ihren Job aufgeben müssen und keiner anderen Tätigkeit mehr nachgehen können, dann fällt das Arbeitseinkommen weg und damit häufig die finanzielle Existenzgrundlage.

 

Denn die staatliche Absicherung durch die Rentenkasse ist gering. Die gesetzliche Erwerbsminderungsrente reicht meistens nicht aus, um die laufenden Lebenshaltungskosten zu bestreiten. Besonders dann, wenn der Hauptverdiener für längere Zeit nicht mehr arbeiten kann.

Wann liegt eine Berufsunfähigkeit vor?

Eine Berufsunfähigkeit liegt vor, wenn man seinen Beruf aus gesundheitlichen Gründen körperlich nicht mehr ausüben kann. Die Berufsunfähigkeit muss von einem Arzt oder Gutachter diagnostiziert worden sein und mindestens 50 Prozent betragen.

 

Wer berufsunfähig ist, ist nicht automatisch erwerbsunfähig. So kann ein Bäcker mit einer Mehlstauballergie seinen Beruf nicht mehr ausüben, aber theoretisch jeden anderen Job annehmen. Er ist nicht erwerbsunfähig, sondern "nur" berufsunfähig.

Wann liegt eine Erwerbsunfähigkeit vor?

Von einer vollen Erwerbsunfähigkeit spricht man, wenn Personen nicht mehr fähig sind, mindestens drei Stunden täglich in irgendeiner Form zu arbeiten. Personen die mehr als drei Stunden, aber keine sechs Stunden am Tag arbeiten können, sind teilweise erwerbsunfähig.

Wann bekommt man eine Invalidenrente von der Rentenkasse?

Eine staatliche Rente wegen Berufsunfähigkeit erhalten nur noch Versicherte der Rentenkasse, wenn sie vor dem 01. Januar 1961 geboren wurden. Alle anderen Versicherten sind über die Deutsche Rentenkasse bei einer Berufsunfähigkeit nicht abgesichert. Die Rentenkasse zahlt für diese Versicherten nur bei einer Erwerbsunfähigkeit.

Was bedeutet Invalidität bei der Invalidenrente?

Darunter versteht man den dauerhaften Verlust geistiger oder körperlicher Kräfte, welche zur Ausübung des Berufs notwendig sind. Unwichtig dafür ist, ob der Invalide seine Erwerbsfähigkeit aufgrund eines Unfalls oder einer Krankheit verloren hat. In beiden Fällen kann er unabhängig vom Grad seiner Invalidität die sogenannte Invalidenrente beantragen.

 

Diese wird ihm allerdings nur dann zugesprochen, wenn er in den vergangenen fünf Jahren mindestens drei Jahre lang in die gesetzliche Rentenversicherung eingezahlt hat. Aus diesem Grund muss die Rente auch bei der Deutschen Rentenversicherung beantragt werden. Wichtig für den Antrag ist außerdem ein fachkundiges Gutachten von einem Mediziner, welches die Berufsunfähigkeit bestätigt.

Auszahlung der Invalidenrente: Bedingungen

Es spielt keine Rolle, ob ein Unfall oder eine Krankheit zu dieser Behinderung geführt hat. Die Invalidenrente wird jedoch nur an gesetzlich Versicherte gezahlt, die vor dem Rentenalter erwerbsunfähig werden.

 

Was auf den ersten Blick einfach klingt, ist nach der letzten Rentenreform komplizierter geworden: Es gibt heute viele Bedingungen, die erfüllt werden müssen, damit dem Antrag auf eine Invalidenrente auch stattgegeben wird.

Die neue Invalidenrente

Heute ist es zum Beispiel schwieriger, eine Invalidenrente zu beantragen. Vor der Rentenreform war es in der Regel möglich, aufgrund einer berufsbedingten Krankheit eine Invalidenrente zu bekommen. Die Friseurin, die vielleicht allergisch auf Haarfärbemittel reagierte, konnte diese Rente beantragen und hat sie, wenn die entsprechenden ärztlichen Gutachten vorlagen, auch ohne Probleme bekommen.

 

Heute gilt das nur noch für vor dem 2. Januar 1961 geborene Versicherte. Sie bekommen auch weiterhin eine Invalidenrente. Alle Versicherten, die nach diesem Datum geboren wurden, haben es deutlich schwerer, eine Invalidenrente zu bekommen. Wenn eine Friseurin heute unter dieser Allergie leidet, dann fällt sie zwar nach der neuen Rentenreform in die Berufsunfähigkeit, aber nicht erwerbsunfähig.

 

Das heißt, die Friseurin kann zwar nicht mehr in einem Friseursalon arbeiten, sie kann aber sehr wohl einem anderen Beruf nachgehen, zum Beispiel in einem Büro.

Die Regeln der neuen Invalidenrente

Der Gesetzgeber kann darüber bestimmen, ob ein Versicherter umschulen muss oder ob er tatsächlich nicht mehr arbeiten kann und daher Anspruch auf eine Invalidenrente hat. Würde beispielsweise ein Dachdecker bei der Arbeit vom Dach stürzen und sich so schwer verletzen, dass er nie wieder auf einem Dach arbeiten kann, dann heißt das aber nicht, dass er gar nicht mehr arbeiten kann.

 

Wenn dieser Dachdecker noch in der Lage ist, trotz seiner Behinderung täglich drei Stunden einer Tätigkeit nachzugehen, dann hat er keinen Anspruch auf eine Invalidenrente. Er bekommt sie erst, wenn seine Behinderung so gravierend ist, dass er keine drei Stunden am Tag arbeiten kann. Alle, die weniger als sechs Stunden, aber mehr als drei Stunden am Tag arbeiten können, können eine verminderte Invalidenrente beantragen und haben gute Chancen, diese auch zu bekommen.

 

Wie hoch ist die Invalidenrente?

Die Höhe der Invalidenrente richtet sich in erster Linie nach der Höhe der bereits eingezahlten Beiträge in die gesetzliche Rentenversicherung. Nach dem Gesetz beträgt die Invalidenrente 6,8 Prozent der voraussichtlichen Rente.

 

Wird also ein junger Mensch durch einen Unfall oder auch durch eine Krankheit auf Dauer erwerbsunfähig, dann bekommt er deutlich weniger Invalidenrente als ein Versicherter, der bereits 30 Jahre in die Rentenkassen eingezahlt hat.

 

Wenn die Erwerbsunfähigkeit aber durch einen Arbeitsunfall zustande kommt und es eine Unfallversicherung gibt, kann die Invalidenrente 90 Prozent des früheren Verdienstes betragen. Damit überhaupt eine Invalidenrente gezahlt wird, muss der Grad der Behinderung bei mindestens 40 Prozent liegen: Dann bekommt der Versicherte die sogenannte Viertelrente. Liegt der Grad der Behinderung aber bei 70 Prozent, wird die volle Invalidenrente ausgezahlt.

Die private Invalidenrente

Wer sich nicht auf die Invalidenrente vom Staat verlassen will, der kann privat vorsorgen. Die Berufsunfähigkeitsversicherung, kurz BU genannt, bietet eine gute Möglichkeit, sich privat abzusichern. Die Beiträge der BU sind unterschiedlich hoch und richten sich zum einen nach dem Alter und zum anderen nach dem Beruf des Versicherten. Ein Angestellter von 30 Jahren zahlt weniger in die Berufsunfähigkeitsversicherung ein als ein Handwerker mit 50 Jahren. Im Unterschied zur staatlichen Invalidenversicherung fragt bei der BU niemand danach, ob ein Versicherter berufsunfähig oder komplett erwerbsunfähig ist.

 

Die Invalidenrente wird bis zu dem Zeitpunkt gezahlt, wenn der Versicherte ins gesetzliche Rentenalter kommt. Anders als bei einer Lebensversicherung bekommt der Versicherte mit dem Eintritt in das Rentenalter aber die bereits vielleicht über Jahre gezahlten Beiträge nicht ausgezahlt. Alle, die auf Nummer sicher gehen möchten, sind daher gut beraten, eine private Berufsunfähigkeitsversicherung abzuschließen, denn besonders bei jungen Menschen kann eine Berufsunfähigkeit schnell ins soziale Abseits führen. Wenn die staatliche Invalidenrente nicht zum Leben ausreicht, dann kann die BU diese finanzielle Lücke füllen.

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